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Schweizer Tafel lanciert die erste webbasierte Spendendatenbank für überschüssige Lebensmittel
Einfach, sinnvoll, wirksam – die webbasierte Spendendatenbank „Food Bridge“ trägt zur Reduktion des Foodwaste in der Lebensmittelindustrie und im Handel bei. Dank dieser erreichen noch mehr einwandfreie, überschüssige Lebensmittel armutsbetroffene und benachteiligte Menschen in der Schweiz.

Schweizer Tafel Fotocredit Silvia-Bretscher Kopie

Fakten zur webbasierten Spendendatenbank „Food Bridge“:

  • Die webbasierte Spendendatenbank ermöglicht Spendern aus der Lebensmittelindustrie und -produktion, einfach und rasch überschüssige Ware anzubieten

  • für Warenspenden ab 1 Palette Ware geeignet

  • Die webbasierte Spendendatenbank ist offen für alle Unternehmen in der Lebensmittelindustrie und -produktion sowie Lebensmittel-Hilfsorganisationen in der Schweiz

  • Die „Food Bridge“ ist ein Projekt der Schweizer Tafel und geht am 21. Oktober 2016 online

Rund ein Drittel der für den Schweizer Konsum produzierten Lebensmittel gehen zwischen Feld und Teller verloren: 20% bei der landwirtschaftlichen Produktion, 30% in Verarbeitung und Handel, 50% in den Haushalten und im Grossverbrauch1. Die Hilfsorganisation Schweizer Tafel holt seit 15 Jahren einwandfreie, überschüssige Lebensmittel ab. Täglich verteilt sie 17.1 Tonnen an soziale Institutionen – Lebensmittel, welche mehrheitlich vom Detailhandel gespendet werden.

„Food Bridge“ als Börse

Um das vorhandene Potenzial an überschüssigen aber einwandfreien Lebensmitteln in der Verar- beitung und im Handel besser zu nutzen, initiierte die Schweizer Tafel die „Food Bridge“.
Daniela Rondelli, Geschäftsleiterin der Schweizer Tafel, sagt: „Ziel dieser Spendendatenbank war, den Prozess so einfach wie möglich zu halten und alle interessierten Unternehmen in der Lebens- mittelverarbeitung und im Handel sowie die Abnehmer einzubinden und so gemeinsam zur Reduk- tion von Food Waste beizutragen. Die „Food Bridge“ funktioniert mit geringem Aufwand wie eine Börse: Angebote werden online gestellt und Hilfsorganisationen automatisch informiert. Diese ho- len die Ware direkt beim Anbieter und verteilen sie gratis an armutsbetroffene Menschen.


Breite Unterstützung in der Lebensmittelbranche

Die „Food Bridge“ konnte dank der Anschubfinanzierung durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) realisiert werden. Programmiert wurde sie von SwissCenter. Während des Pilotprojektes er- fuhr die Schweizer Tafel tatkräftige Unterstützung zahlreicher Akteure aus der Lebensmittelindust- rie und -produktion. So ist beispielsweise die fenaco Genossenschaft seit Beginn mit an Bord. Urs Vollmer, Nachhaltigkeitsverantwortlicher bei der fenaco Genossenschaft: „Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie setzt sich die fenaco aktiv dafür ein, Food Waste zu vermeiden und setzt deshalb auf die Partnerschaft mit Schweizer Tafel. Die Spendendatenbank „Food Bridge“ erleich- tert allen Beteiligten die Erfassung und Auswertung der Daten enorm, was einerseits Zeit spart und andererseits signalisiert, dass der einfachste Weg der Entsorgung nicht automatisch der beste ist.“ Marc Wermelinger, Geschäftsführer des Verbandes SWISSCOFEL sagt: „Studien haben insbe- sondere bei leicht verderblichen Lebensmitteln vergleichsweise hohe Verluste festgestellt. Dank „Food Bridge“ können Organisationen wie die Schweizer Tafel armutsbetroffenen Menschen in der Schweiz nun mehr Obst und Gemüse mit kleinen Mängeln ohne grossen Aufwand kostenlos zur Verfügung stellen. Das ist für alle Beteiligten eine echte ‚Win-win‘-Situation.“ Die „Food Bridge“ geht am 21. Oktober 2016 online und ist ab diesem Zeitpunkt für alle Lebensmit- telspender zugänglich. Die weiterführende Finanzierung übernimmt die Schweizer Tafel.

Mehr Lebensmittel für bedürftige Menschen
In der Schweiz sind 1,19 Millionen Menschen von Armut bedroht oder direkt betroffen, das heisst, dass eine Einzelperson ein maximales Haushaltseinkommen von 2‘200 Franken, eine vierköpfige Familie eins von 4‘050 Franken zur Verfügung hat. Unterschiedlichste Hilfsorganisationen leisten einen Beitrag, um armutsbetroffenen Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen und zu begleiten – indem sie beispielsweise Lebensmittel an Privatpersonen oder soziale Institutionen verteilen. In der Schweiz wurden 2013 alleine durch die drei grössten Organisationen im Bereich der Lebens- mittelspenden – Schweizer Tafel, Tischlein deck dich und Caritas – mehr als 12‘000 Tonnen Le- bensmittel oder rund 60‘000‘000 Teller weitergegeben. Daniela Rondelli, Geschäftsführerin Schweizer Tafel: „In anderen Ländern – etwa den USA und in Kanada – gibt es schon lange Le- bensmitteldatenbanken. Ihr Erfolg spricht für sich. Nun zieht die Schweiz nach. Wir können die Au- gen nicht vor der Armut in der Schweiz verschliessen, sie existiert. Deshalb müssen wir einen sorgfältigeren Umgang mit unseren Ressourcen anstreben und Food Waste möglichst vermeiden. In diesem Sinn war diese Spendendatenbank schon lange fällig, und ich freue mich, dass wir das Projekt auch in der Schweiz realisieren konnten.“

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